Cognitive Offloading durch generative KI: Die hohe Bedeutung von KI-Kompetenzen bei den Mitarbeitenden
Prof. Dr. Erich Behrendt im Gespräch mit Leonie Freise, AI/KI Inhouse Consultant Dr. Ausbüttel GmbH & Co. KG.
Leonie Freise wird nicht nur aktuelle KI-Anwendungen des Dortmunder Spezialisten für die Wundversorgung vorstellen, sondern aufzeigen, wie mit generativer KI die Fähigkeiten von Menschen zur Bearbeitung schlecht strukturierter Problemlösungsaufgaben gestärkt werden kann. Cognitive Offloading, die Auslagerung und Entlastung von Menschen durch technische Systeme standen im Mittelpunkt ihrer Dissertation, die sie im Juni erfolgreich an der Universität Kassel verteidigte. Sie betont dabei die hohe Bedeutung der KI-Kompetenzen bei den Mitarbeitenden als Voraussetzung, um diese Effekte zu erzielen. Wesentliche Ergebnisse sind dabei:
· KI-Nutzung verändert nicht nur, was Mitarbeitende tun, sondern ebenso wie sie denken/ Gehirnaktivität (untersucht im EEG)
· KI nimmt teilweise Denkarbeit ab ("kognitive Entlastung") --> die freiwerdende kognitive Kapazität kann in die aktive Umgestaltung des eigenen Jobs fließen (sog. Job Crafting) z.B.: in andere Aufgaben
· KI wirkt dementsprechend eher als Hebel für Eigeninitiative und Sinnstiftung als nur als reines Effizienztool
· ABER: Der Effekt tritt vor allem bei Mitarbeitenden mit ausreichender KI-Kompetenz auf
· Der Wert von KI im Unternehmen hängt weniger an der Technologie als an der Befähigung der Mitarbeitenden
Als praktische Anwendungen wird sie zwei agentische Systeme vorstellen, einerseits im Bereich unstrukturierter interner Dokumente (von Basis-Datenbereinigung bis Chunking und Speicherung in einer Vektordatenbank)und andererseits mittels Computer Vision Bildinhalte ausliest und Produkte erkennt.
